Deine Geburt – Dein Risiko – Deine Entscheidung

Der kritische Blog für Schwangere über all das, was Hebammen und Ärzte bei der Geburtsvorbereitung oft ungern ansprechen

Eine Petition in Sachen Aufklärung über Geburtsrisiken für mündige Frauen

Die britische Schauspielerin Keira Knightley hat unlängst über ihre Geburt gesagt „Meine Vagina ist aufgebrochen“ und mit drastischen Bildern die Beschönigung des Ablaufs einer natürlichen Entbindung kritisiert. Zahlreiche Frauenärzte fordern schon länger, dass mündige Frauen vor einer Geburt eine umfassende Aufklärung über die damit verbundenen Risiken ebenso verdienen wie vor einem Kaiserschnitt. In einem aktuellen Beitrag  im Deutschen Ärzteblatt lasse ich die weltweit führenden Experten zu Wort kommen, die in Sachen Beckenbodenschäden Pionierarbeit geleistet haben. Anlass dafür war die Tatsache, dass eine der Patientinnen, die sich über diesen Blog an mich wandte, bis zum Petitionsausschuss ging, um mehr Aufklärung zu fordern.

Der Artikel benennt in einem Deutschen Fachblatt erstmals sehr ausführlich die Beckenbodenschäden, die bei einer natürlichen Geburt drohen. Gleichzeitig geht es darum, aufzuzeigen, wer besonders gefährdet ist und was man dagegen tun kann. Insofern eignet sich dieser Text (Link: https://www.aerzteblatt.de/archiv/202437/Beckenbodenschaeden-Besser-als-bisher-ueber-Risiken-vaginaler-Geburten-aufklaeren) auch für alle Frauen, die genauer beim Geburtsvorbereitungsgespräch nachfragen und sich informieren wollen. Sie können ihn nutzen, um ihre Hebamme und ihren Arzt um Aufklärung zu bitten, da es ein offizielles Dokument aus einer Fachzeitschrift darstellt. Die angegebenen Studien stellen genügend Belege zur Verfügung, so dass die Befürchtungen nicht einfach wegdiskutiert werden können. Eine Warnung muss jedoch sein: Die Bilder könnten u.U. ein wenig schockierend werken, da auch ein Vorfall der Beckenbodenorgane darin zu sehen ist. Wer hier empfindsam ist, sollte das bedenken. Ich fasse im folgenden kurz die wichtigsten Aussagen zusammen.  mehr lesen…

Je genauer man hinschaut, desto mehr Defekte am Beckenboden werden offenbar

Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie/Kernspin offenbaren, dass es nach einer natürlichen Geburt offenbar öfter Schäden am Beckenboden gibt, als man bisher annahm. Eine soeben veröffentlichte Übersichtsarbeit aus Brasilien zeigt mittels 3D-Ultraschall kommt zu der Schlussfolgerung, das Defekte am Levator ani, am wichtigsten Muskel des Beckenbodens, eindeutig mit einer vaginalen Entbindung einhergehen. Dies manifestiert sich nicht selten in einem Abriss (Avulsion) des Muskels von der Hinterwand der Symphyse, des vorderen Teils des knöchernen Beckenrings. Keine der analysierten Studien fand solche Defekte im Ultraschall nach einem Kaiserschnitt.

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Risikoprognose: Ultraschall in 37. Woche hilft Kaiserschnitt voraussagen

Die schlechte Nachricht lautet: Nach wie vor haben Geburtshelfer wenig Anhaltspunkte dafür, ob bei einer Erstgebärenden die Geburt ohne Komplikationen verläuft oder nicht. Die gute Nachricht ist, dass immer mehr Ärzte und Hebammen dies erforschen wollen. Das ist ein Fortschritt gegenüber den vergangenen Jahrzehnten, in denen die Geburtshilfe zu den medizinischen Fächern zählte, in denen am wenigsten geforscht wurde, den Hinterbänklern sozusagen. Zu den interessanten Befunden, die jüngst in Sachen “Geburtsprognose” veröffentlicht wurde, zählt eine Studie aus Australien. Hier haben Ärzte herausgefunden, dass die Länge des Gebärmutterhalses – gemessen mittels Ultraschall – vorhersagen kann, ob unter der Geburt ein Kaiserschnitt zu erwarten ist oder nicht. mehr lesen…

Lässt sich das Risiko für eine Verletzung des Beckenbodenmuskels vor der Geburt bestimmen?

Werdende Mütter machen sich immer öfter Sorgen über Geburtsverletzungen von sich selbst und beim Kind während einer natürlichen Geburt. Hier in einem Forum für Schwangere klingt das so: Guten Abend ihr lieben, … Meine große bekam ich per KS, wegen BEL, da gab es auch damals keine Diskussion für mich! Nun ist es jetzt so (23ssw) das ja grundsätzlich erstmal alles für eine normale Entbindung spricht, auch würde ich dieses Erlebnis gerne mitnehmen! Meine größte Angst ist, nicht die Schmerzen während der Geburt), sondern die Verletzungen, die evt dafür sorgen, dass es hinterher untenrum nicht mehr alles so ist wie es mal war Diese Vorstellung lässt mich wirklich über einen WKS nachdenken, obwohl ich das eigentlich nicht möchte.
Eine weitere Angst, ist die Sauerstoffunterversorgung des Kindes unter der Geburt! Könnt ihr mir irgendwie die Angst nehmen?
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Schwangerschaftsstreifen – ein Hinweis auf drohenden Schaden am Schließmuskel

Schmerzen, Stuhl- und Urinverlust, Scham beim Sex, soziale Stigmatisierung – das sind die Hauptbeschwerden, die einen der schwerwiegendsten Geburtsschaden beschreiben: die Verletzung oder das Einreißen des Darmschließmuskels. Was noch fehlt in diesem S-extett, so schildert es mir eine Patientin, ist die unendliche Wut darüber, dass es überhaupt dazu kommen konnte. “Warum musste das mir passieren, mein Leben ist im Eimer?”, lautete die schonungslose Beschreibung dessen, was an Bedauern und Frust zurückbleibt. Sicher ist dies sehr subjektiv, aber es ist auch ein Aufschrei nach besserer Aufklärung. Fragt man jene Frauen, die einen Geburtsschaden davongetragen haben, so ist oft ihre Hauptbeschwerde, dass man ihnen nicht vorher etwas über die Risiken erzählt hat, ihnen nicht die Wahl ließ, sich eventuell unter Abwägung aller Informationen, für einen Kaiserschnitt entscheiden zu können. mehr lesen…

Gebären – für manche ein Ding der Unmöglichkeit

Biomechanisch ist eine Geburt schlechterdings unmöglich – so lautete das Urteil eines Ingenieurs. Und dieses führt Prof. Dr. John O. L. DeLancey, Chefarzt der Universitätfrauenklinik in Ann Arbor/Michigan, immer dann an, wenn er über Beckenbodenschäden schreibt. Delancey gehört zu jenen unermüdlichen und enthusiastischen Geburtshelfern, die schon seit langem nach Möglichkeiten suchen, treffsicherer als bisher Geburtsschäden vorherzusagen. Eine natürliche Geburt ist nach wie vor der Hauptrisikofaktor für einen Organprolaps, ein Herabsinken und Herausfallen von Beckenorganen wie der Gebärmutter, wenn der Beckenboden nach einer Geburt zu schwach geworden ist. Nach nur 2 natürlichen Geburten verachtfacht sich dieses Risiko sogar. “Unglücklicherweise”, so betont DeLancey, “erkennen wir die meisten Risikofaktoren erst nach (!) der Geburt, also wenn es zu spät ist. Daher sollen sich die nächsten Blogbeiträge den Anzeichen widmen, die zumindest einen gewissen Anhalt dafür geben, ob es gut- oder schiefgehen könnte. Damit Schwangere sich vorher entscheiden können und nicht nachher mit ihren Defekten hadern müssen. mehr lesen…

Die schlimmsten Geburtsschäden haben einen Namen: Fisteln

Wer wissen will, welche körperlichen Schäden die Geburt an einem Frauenkörper hinterlassen kann, der muss in Länder schauen, in denen Frauen keinen Zugang zu moderner Geburtshilfe haben: Weltweit leben 2 Millionen Frauen mit Fisteln, bis zu 100.000 kommen jährlich neu dazu, nur rund 15.000 werden operativ behandelt. Geht es mit der Geburt nicht vorwärts, dann kommt es zu Einrissen im Gewebe, die zu ganz unnatürlichen Verbindungen innerhalb der Beckenorgane führen. Es entstehen Fisteln als Verbindungen zwischen dem Darm und der Scheide oder der Harnblase und der Scheide, so dass Stuhl oder Urin aus der Scheide herausläuft, in 15 Prozent der Fälle auch beides. mehr lesen…

Sollen Schwangere dem Bauch vertrauen oder dem Ultraschall?

Es klingt toll, wenn ein Chefarzt an die Kraft der Schwangeren appeliert: Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Abou-Dakn tut im Blog der Firma Medela im April 2018 kund, weshalb er sich wünscht, dass Schwangere wieder mehr ihrem Bauch vertrauen. “Früher wurde die Schwangerschaft ja als Zeit der guten Hoffnung bezeichnet. Man schaute positiv auf das Mysterium, das da im Bauch heranwuchs. Seitdem wir das Kind quasi als Patient mitentdeckt haben, sind viele Frauen auch verunsichert. Es würde mich sehr freuen, wenn Frauen wieder mehr ihrem Bauch vertrauen. Deshalb sage ich immer: Nutzt die Zeit der guten Hoffnung und macht euch keine Sorgen!” Aber wenn er dann auf Station ist, dann macht er doch zur Sicherheit lieber Ultraschall. Das entnehmen wir einer wissenschaftlichen Veröffentlichung aus seiner Klinik. Am besten so nah wie möglich am Geburtstermin, damit man sich auch nicht verschätzt. Also soll das Mysterium doch besser kein Mysterium bleiben, sondern lieber aufgedeckt und vermessen werden, je exakter, desto besser. mehr lesen…

Müttern Angst machen vor dem Kaiserschnitt ist unfair – und wissenschaftlich unredlich

„Tradition suggests that mothers will unhesitatingly sacrifice their welfare in the interest of their babies”, sagt zum Beispiel Dr. W. Benson Harer jr., Chefarzt in Moreno Valley in Kalifornien. Mütter wollen, dass ihr Kind gesund geboren wird und gesund bleibt. Die Sorge um das Kind ist ein probates Mittel, um Schwangere zu beeinflussen, dafür tun Mütter alles, damit hat man sie am Haken. Umso perfider ist es, wenn Kaiserschnitt und natürlicher Geburt gegeneinander ausgespielt werden. Dies geschieht jetzt leider aufgrund einer Studie, die sich gut dazu eignet, missbraucht zu werden, weil viele wissenschaftliche Erkenntnisse außer Acht gelassen werden. Wer als Schwangere auf die Angstmache nicht hereinfallen will, wer sich nicht irre machen lassen will, muss genau hinsehen. mehr lesen…

Trauma Geburt: “Wie ein Vieh auf der Schlachtbank”

In der Tageszeitung “Die Welt” erschien Anfang Januar 2018 ein bemerkenswerter Artikel. Er trug den Titel: “Ich fühlte mich wie ein Vieh auf der Schlachtbank” und beschreibt am Beispiel von vier Frauen, wie Schwangere unter der Geburt leiden. Bemerkenswert daran ist die Offenheit, mit der endlich einer überregionalen Öffentlichkeit vor Augen geführt wird, wie traumatisch eine Geburt verlaufen kann.

Es ist nicht von ungefähr, dass der Artikel mit Verletzungen des Beckenbodens einer der Frauen beginnt: “Wir nähen ihre Frau ein bisschen enger, damit Sie auch was davon haben”, sagt eine Hebamme zu dem Partner der Frau, die gerade geboren hat. mehr lesen…

Frühgeburt und Beckenendlage: Kaiserschnitt ist am sichersten

Frühgeburten sind weltweit die Todesursache Nummer 1 bei der Kindersterblichkeit. Extrem früh geborene Kinder machen zwar nur 5% der Frühgeburten aus, werden aber mit gesundheitlichen Hypotheken für ihr weiteres Leben geboren, die einen Großteil kindlicher Gesundheitsschäden ausmachen. Frühgeburten liegen häufig in Beckenendlage, unter denen zwischen der 22 und der 28 Woche sind dies ein Drittel aller Babys. Werdende Mütter sollten beraten werden, dass in diesen Fällen der Kaiserschnitt das geringste Risiko für das Kind bedeutet.Vielen denken, da die oft auch sehr kleinen Babys mit geringem Geburtsgewicht eine viel einfachere natürliche Geburt erbmöglichen. Weit gefehlt, wie jetzt eine neue Untersuchung aus Kanada zeigt – auch diese Kinder profitieren in punkto Sicherheit vom Kaiserschnitt. mehr lesen…

Sind Schwangere adipös, bleiben die Kinder bei der Geburt eher stecken

Die Schulterdystokie ist eine schwerwiegende Komplikation unter der Geburt. Damit meint man, dass das Kind stecken bleibt, nachdem der Kopf geboren ist. Das Problem stellen die breiten Schultern dar, die sich nicht leicht “entwickeln” lassen, wie es in der Sprache der Geburtshilfe heißt. Dann hilft oft auch kein verzweifeltes Ziehen am Kopf des Kindes, das birgt eigene Risiken.Nach Analyse zahlreicher Studien zum Thema kommen Geburtshelfer jetzt zu dem Schluss: Sind die Schwangeren adipös, ist das Risiko einer Schulterdystokie in Europa um gut 50% erhöht, in Asien gar um das zweieinhalbfache höher. mehr lesen…

Scheidenbakterien für Kaiserschnittkinder?

Viele Gegner des Kaiserschnitts gehen mit der Theorie hausieren, dass der frühe Kontakt mit den Bakterien der mütterlichen Scheide die Kinder gesünder mache. Also seien natürlich geborene Babies besser für die Welt gerüstet. Diese Vorstellung wird auch dann herangezogen, wenn es die vermeintlichen Nachteile des Kaiserschnitts für die Kinder zu begründen gilt: Denn Kaiserschnittkinder seien häufiger übergewichtig, asthmakrank, Autisten oder Diabetiker. Wer diesen Blog kennt, kann sich regelmäßig davon überzeugen, dass diese Form der Kritik am Kaiserschnitt – er macht das Kind krank – zwar sehr wirksam ist, um den Schwangeren Angst zu machen. Aber wissenschaftlich betrachtet, stehen derartige Aussagen auf sehr wackeligen wissenschaftlichen Füssen.Wie sich anhand von Geschwisterstudien und anderen Untersuchungen nachweisen lässt, ist der Kaiserschnitt keineswegs ursächlich für die zitierten Erkrankungen. Aber, oft wird den mütterlichen Scheidenkeimen hierbei eine Schutzwirkung zugesprochen. Daher meinen manche Experten, dann solle man in Gottes Namen die Kinder eben nach dem Kaiserschnitt mit dem Scheidensekret ihrer Mütter einreiben. Was ist davon zu halten? mehr lesen…

Frauen und Kinder sollten vor einer “Normale-Geburt-ist-das-Beste”-Ideologie geschützt werden

Professor Hans Peter Dietz klagt an: Mehr denn je, so kritisiert der Spezialist für Beckenbodenschäden an der Universität in Sidney, sei die Geburtshilfe von Ideologie dominiert. Wie zuletzt das Morecambe Bay Desaster gezeigt habe, würde die natürliche Geburt über alles gestellt – koste es buchstäblich, was es wolle. Verblendet von der Vorstellung, Kaiserschnitte um jeden Preis – auch den des Lebens und der Gesundheit von Kindern und Müttern – verhindern zu wollen, hatten Hebammen jahrelang die Geburtshilfe einer großen englischen Klinik beherrscht. Der schonungslose Bericht darüber ist letztes Jahr veröffentlicht worden (siehe dazu hier den Blog vom 13. Juli 2016). Der nationale Gesundheitsdienst in England (National Health Service oder NHS) sah sich zum Handeln gezwungen und gab einen “Better Birth Report” heraus. Wird der die Dinge zum Besseren wenden? Vermutlich nicht, urteilt der Experte Dietz in einem Fachjournal für Geburtshilfe. mehr lesen…

Was bringt der Vierfüßlerstand zur Kopfkorrektur beim Kind? Leider nichts!

Die Artikel über die “richtige” oder die “beste” Position bei der Geburt füllen mittlerweile auch im Netz abertausende Seiten. So schwört manche Hebamme auf den “Vierfüßlerstand”: Vierfüßlerstand (meine persönliche Lieblingsposition): Du kniest auf einer Matte, oder einem Bett und lehnst dich mit dem Oberkörper auf einen Pezziball, die Bettlehne oder einen Stapel Kissen. So kannst du dich optimal ausruhen und trotzdem noch das Becken bewegen. … Viele Frauen „entdecken“ diese Position von ganz alleine und wollen sie nicht mehr verlassen. Auch wenn sich dabei die Knie schon röten. Aber das geht vorbei…Wer allerdings in ältere Lehrbücher oder Traktate schaut, etwa die kritische Untersuchung über Geburtspositionen von J. Unger aus dem Jahr 1805, der findet darin eine glatte Absage an den Vierfüßlerstand: mehr lesen…

Prolaps-Operation bei Gebärmuttervorfall – kein wirklicher Fortschritt in Sicht

Das Herausfallen der Gebärmutter aus dem Becken der Frau durch die Scheide nach außen ist die Extremvariante einer Prolapserkrankung. Es kann aber auch dazu kommen, dass das Absacken der Organe Druck ausübt, die Frauen haben oft die Empfindung, als säßen sie auf einem Ei. Solche Prolapserkrankungen sind außerdem häufig mit einer Blasenschwäche oder Inkontinenz verbunden. Das Risiko, an einem Prolaps zu erkranken, ist nach natürlicher Geburt fast verzehnfacht (1). Und die wirklich nicht gute Nachricht lautet, dass die Therapien schwierig sind und längst nicht immer alles wieder richten. mehr lesen…

Gute alte Zeit? Kaiserschnitt nur nach mindestens einem toten Baby

Wenn man die moderne Kritik an den “viel zu vielen Kaiserschnitten” betrachtet, dann kommt es einem so vor, als sei früher alles besser gewesen. Oft verweisen diejenigen, die sich wieder mehr natürliche Geburten und weniger Kaiserschnitte wünschen, darauf, dass früher die Kaiserschnittraten deutlich geringer waren. Der moderne “Boom” gilt als übertrieben, als Ausweis einer schlimmen Medikalisierung. Damit man die eigene Zeit richtig bewertet, ist es manchmal jedoch hilfreich, einen Blick in die Geschichte zu werfen. Was sich zeigt, macht nicht gerade Lust darauf, sich die die vorgeblich “guten” alten Zeiten zurückzuwünschen. Da findet sich zum Beispiel in Unterrichtsbüchern für Hebammen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts eine geradezu gruselige Lehrmeinung: Erst wenn ein Kind bei der Geburt starb, ist bewiesen, dass die Geburtswege wirklich zu eng sind, dass die Mutter tatsächlich die Geburt nicht schafft. Nur dann soll der Kaiserschnitt bei der zweiten Geburt erlaubt sein. mehr lesen…

Wenn die Scheide nach der Geburt schlaff und weit wird

Ein Hilferuf auf einer der meist besuchten deutschen Internetseiten klingt nicht gut: Vaginaverengung. Was sich dahinter verbirgt, ist ein oft verschwiegenes Problem. Immer mehr Frauen suchen Unterstützung, weil sie ihre Scheide nach einer oder mehreren Geburten als schlaff und zu locker wahrnehmen. Der “geweitete Beckenboden” lasse sich nicht immer “optimal” zurückbilden, heißt es in dem Artikel. Es geht nicht nur um die Folge Inkontinenz (unwillkührlicher Abgang von Harn und Stuhl), es geht auch um eine als zu weit empfundene Vagina, es geht um schlechteren Sex nach einer natürlichen Geburt, wenn man das Kind wirklich beim Namen nennen will. Die Autorin des Artikels, Nicola Wilbrand-Donzelli, tut sich zwar schwer mit den Experten. Denn diese wollen das Problem mit “schneller” Rückbildungsgymnastik beheben. Gemeint ist wohl, mit Rückbildungsgymnastik schneller beheben. Dennoch bleibt die Autorin hartnäckig und nah am Geschehen: Helfen kann das längst nicht jeder Frau. Wenn klar wird, “dass durch konsequente Gymnastik die Festigkeit des Beckenbodens nichtr mehr erreicht wird”, dann gibt es “angeleitetes” Spezialtraining vom Physiotherapeuten – oder schließlich doch eine Operation. Und das kann dann ein “kleinerer” Eingriff sein, oder aber “anspruchsvolle und mehrschichtige Operationen”. mehr lesen…

Wie ein Ei in der Vagina: Beckenboden-Training gegen Prolaps ist wenig effektiv

Bringt es Müttern etwas, jahrelang die Muskeln des Beckenbodens mittels Training aufzurüsten, um später weniger Beschwerden wegen eines Organvorfalls (Prolaps) beklagen zu müssen? Ein wenig, meinen schottische Wissenschaftler, die dazu eine Studie gemacht haben. Eher nichts, sagt eine unabhängige Expertin in ihrem Kommentar zu diesen Ergebnissen der Effekt sei marginal. Ein Prolaps kann sehr unangenehm empfunden werden, wie Frauen berichten. Als hätte man einen Fremdkörper in der Scheide, als säße der Tampon quer, so beschreiben es manche. Andere haben Beschwerden beim Wasserlassen, beim Stuhlgang oder beim Sex. Und auch Rückenschmerzen können auf einen Prolaps hindeuten. Viele sind betroffen und die wenigsten können ihn wirklich aufhalten. Eigentlich wäre Prävention also wünschenswert. mehr lesen…

Nabelschnurvorfall – ein Desaster, das man früh erkennen sollte

Kommt die Nabelschnur vor dem kindlichen Kopf in den Geburtskanal in die Quere, so drückt sich das Kind selbst die Blutversorgung ab. Denn durch die Nabelschnur ist es über die Platzenta (den Mutterkuchen) in der Gebärmutter mit der Blutversorgung der Mutter verbunden. Bei der Geburt presst sich der Kopf, oder ein anderer vorangehender Teil des Kindes, maximal eng durch den Geburtskanal nach draußen. Hat sich ein Kind noch nicht tief eingestellt kurz vor der Geburt, gibt es viel Fruchtwasser, ist das Kind sehr klein, sind es Zwillinge oder gibt es eine Lageanomalie, auch beim Ansatz der Plazenta, dann ist die Gefahr größer, dass es zu einem solchen Vorfall der Nabelschnur kommt. Yinka Oyelese plädiert jetzt dafür, dass man systematisch mit Ultraschall vor der Geburt auch nach der Lage der Nabelschnur fahnden soll, um dann einen Kaiserschnitt zu machen. Man könne sich keine andere Bedingung in der Geburtshilfe vorstellen können, unter der “die pränatale Diagnose einen derartig dramatischen Unterschied zwischen Leben und Tod ausmache”, heißt es in dem Leserbrief an die Fachzeitschrift BJOG. mehr lesen…

Megastress im Kreißsaal: Auch Hebammen und Ärzte sind nach Geburtstraumen erschüttert

Es ist “das” Megaflowerlebnis im Leben einer Frau – die Geburt eines Kindes: Glück, Endorphine im Übermaß, wie das Erklimmen eines Zehntausenders, und was der Superlative mehr sind, wenn im Vorfeld versprochen wird, was eine Frau erwartet. Man möchte meinen, dass Geburtshelfer und Hebammen schon allein deswegen einen Traumberuf haben. Denn sie ermöglichen eben all das den Frauen. Die Realität sieht hingegen dramatisch anders aus, denn nicht selten spielen sich unter der Geburt Tragödien ab.Deshalb sind Hebammen und Geburtshelfer ofmals “vergessene Opfer”; sie leiden nicht selten am Posttraumatischen Stresssyndrom, weil es eben bei Geburten meist weniger glückselig zugeht, als zugegeben wird. mehr lesen…

Baby’s Kopfhaut anritzen? Wenn das CTG Gefahr signalisiert, hilft die Mikroblutanalyse nicht unbedingt

Kann man unter der Geburt verlässlich überwachen, wie es dem Baby geht? Nicht wirklich, denn oft ist das CTG, das Cardiotokogramm, nicht eindeutig. Es gibt die Herztöne und die Schnelligkeit wieder, mit der das Herz des Ungeborenen schlägt. Aber weicht das CTG von der Norm ab, ist es also pathologisch, weiß niemand wirklich, ob es dem Kind schlecht geht. Hier soll die so genannte Mikroblutanalyse oder Fetalblutanalyse (fetal scalp blood sampling oder FBS) helfen: Mittels Stich in die Kopfhaut gewinnt man Blut des Babys, analysiert dies und erhofft sich davon Rückschlüsse über den Gesundheitszustand des Kindes. Diese beiden Maßnahmen – CTG und Mikroblutanalyse – seien “der Goldstandard”, wenn es unter der Geburt um die Überwachung des Kindes gehe, heißt es in einer deutschen Veröffentlichung zum Thema. Aber: Der Wert dieses Verfahrens wird inzwischen immer mehr angezweifelt. In einer englischen Fachzeitschrift fordert Edwin Chandraharan, ein Experte in Sachen Geburtshilfe von der St. George’s Universitätsklinik in London, die Abschaffung der Mikroblutanalyse, denn sie berge mehr Risiken, als sie nütze. mehr lesen…

Von wegen sanft: Wassergeburt im Becken schadet dem Beckenboden

Das Internet ist voll von Seiten, die die Vorteile einer Wassergeburt anpreisen. Auf der ARDO Homepage* liest sich das etwa in einem Beitrag vom 2015-02-24 10:43 so:
“Wassergeburt Die sanfte Entbindungsform im Wasser”
Kliniken werben damit, wenn sie Wassergeburten anbieten und wollen diese Vorteile auch belegen. So zeige zum Beispiel eine Studie der Klinik in Bensberg, dass es unter Wasser weniger Dammrisse gebe. Wörtlich steht da auf bei ARDO: “Ein weiterer Vorteil der Wassergeburt ist, dass ein potentieller Dammriss meist nur oberflächlich und klein ist und oft nicht einmal genäht werden muss, da die Muskulatur entspannter und das Gewebe elastischer und weicher ist. Spätestens am 5. Tag ist er wieder verheilt.”

Ist das so? Mitnichten. Eine Studie aus Liverpool, 2016 veröffentlicht im Rahmen eines internationalen Urogynäkologiekongresses, lässt sogar vermuten, dass das Gegenteil der Fall ist: Bei Wassergeburten steigt offenbar das Risiko für schwerwiegende Verletzungen am Schließmuskel des Darms. mehr lesen…

Damit sie wissen, was sie tun: Ärzte sollen Frauen vor den wahren Risiken einer natürlichen Geburt warnen

In dem Blog http://cesareandebate.blogspot.de/ meiner Kollegin Pauline Hull in England habe ich erstmals diesen Satz gelesen: “Birth is natural – such is earthquake” (Eine Geburt ist etwas Natürliches – ein Erdbeben auch). Es gibt eine deutsche Entsprechung: “Zu keiner Zeit ist das menschliche Leben aber so vielen Gefahren ausgesetzt, als zu der Zeit, wo ein neues Geschöpf sein Daseyn erhalten soll”. Es stammt von dem Hebammenlehrer Karl Friedrich Senff aus Halle von 1812. Wir haben uns einfach daran gewöhnt, die natürliche Geburt als das Gegebene anzusehen und ihre Risiken auszublenden. Niemand benötigt eine Rechtfertigung dafür, sie zu empfehlen, sie ist immer unhinterfragt die erste Wahl. Dass man über die Risiken des Gebärens nicht ebenso umfassend aufklären muss wie über die einer Operation oder eines anderen medizinischen Eingriffs, spielte lange Zeit den Gegnern des Kaiserschnitts in die Hände. Damit soll jetzt Schluss sein, zumindest in England, heißt es in einem Artikel der Journalistin Clare Wilson in der Zeitschrift “New Scientist”: Künftig sollen Frauen über die Gefahren einer natürlichen Geburt umfassend belehrt werden müssen. mehr lesen…

Gewicht und Geburt: Soll man sich Stress mit dem Abnehmen machen?

In vielen Ländern der Welt, insbesondere in den Industrienationen Europas sowie in den USA und Australien sind fast die Hälfte aller Schwangeren übergewichtig. Dann ist das Risiko für Mutter und Kind, unter einer natürlichen Geburt Schaden zu nehmen, merklich erhöht. Aber was hilft wirklich, dies zu vermeiden? Schulung und Gewichtskontrolle jedenfalls nicht, wie jüngste Beobachtungen leider zeigen.

Übergewichtige und adipöse Schwangere haben erhöhte Risiken. Sie entwickeln eher einen Schwangerschaftsdiabetes und zu hohen Blutdruck mit der Gefahr eine Eklampsie. Dann drohen Krampfanfälle. Aber auch eine zu großes Kind (Makrosomie) ist bei diesen Müttern ein Problem, das macht die Geburt risikoreicher, den Beckenbodenschaden (und Dammschnitt) wahrscheinlicher, außerdem kann das Kind stecken bleiben (Schulterdystokie), wenn die Wehen der Gebärmutter es nicht schaffen, das die Schulter herauszudrücken. mehr lesen…

Epi-No® enttäuscht: Der Beckenbodentrainer schützt nicht vor Muskelriss und Dammschnitt bei natürlicher Geburt

Der Epi-No ®-Beckenbodentrainer hält nicht, was er verspricht. Das Training mit dem aufblasbaren Ballon vor der Geburt soll die Rate an Episiotomien oder Dammschnitten senken, die Geburt insgesamt erleichtern und beschleunigen und vor Geburtsverletzungen am Damm schützen. Das gelingt nicht, wie eine aussagekräftige internationale Studie mit Teams aus Malaysia, Groß-Britannien und Chile zeigt, die von der zur Universität Sydney zugeordneten Klinik in Nepean koordiniert wurde. mehr lesen…

Rechtsbeistand bei Geburtsschaden: Wenn Not und Leid Hilfe brauchen

Aufgrund von gemeinsamen Diskussionsbeiträgen zum Thema Kaiserschnitt habe ich den Blog http://www.recht-geburtsschaden.de/ kennengelernt. Ich möchte ihn an dieser Stelle nicht nur verlinken, sondern vorstellen. Es ist traurig, dass Eltern rechtliche Hilfe benötigen, wenn im Verlauf einer Geburt das Kind geschädigt wird. Manchen wird dies Ängste bereiten, dennoch: Je besser man mental auf Eventualitäten vorbereitet ist, desto besser kann man sich auch davor schützen. Die Situation während einer Geburt kann so dramatisch und aufwühlend sein, dass man nicht an alles denkt. Dies vorher überlegt und sich einige Strategien zurechtgelegt zu haben, kann im Zweifelsfall Leben retten. mehr lesen…

Natürliche Geburt als Desaster für den Beckenboden

Es gibt “reichlich” Belege dafür, dass die natürliche Geburt dem Beckenboden schadet. Das steht in einer aktuellen Veröffentlichung der Fachzeitschrift BJOG, einer renommierten britischen Fachzeitschrift für Geburtshilfe. Die Autoren, ein Team von Frauenärzten und Urologen, listen alle guten Studien auf, die in den letzten Jahren erschienen sind. Das Resultat: Eine natürliche Geburt geht klar und eindeutig mit einem höheren Risiko für Harn- und Stuhlinkontinenz und für Prolapserkrankungen, dem Vorfall von Beckenorganen aus der Scheide, einher. Warum sagen sie das so überdeutlich? Weil sie nach der Verletzung, also möglichst unmittelbar nach der Geburt, eine Stammzelltherapie an die “Frau” bringen wollen. Daran sieht man: Sobald es darum geht, eine neue Therapie in Stellung zu bringen, werden die Schäden durch eine natürliche Geburt schonungslos offen gelegt. mehr lesen…

Studie deckt häufige Episiotomie-Fehler auf: Der Dammschnitt wird meistens falsch gemacht

Nur eine Minderzahl von Hebammen und Ärzten ist in der Lage, den Dammschnitt (Episiotomie) im richtigen Winkel vorzunehmen. Diesen Schluss muss man leider ziehen, liest man die jetzt in einem Fachjournal für Uro-Gynäkologie (International Urogynecology Journal) veröffentlichten Ergebnisse einer britischen Studie: Lediglich 15 % der Studienteilnehmer schafften es, den Schnitt durch den Beckenboden an einem Modell innerhalb des vorgegebenen Winkels von 58 bis 62 Grad links oder rechts von der Mittellinie zu führen. Das ist der Bereich, der für einen Dammschnitt als am sichersten gilt. Das sind bemerkenswert viele Versager bei einer Prozedur, die zu den häufigsten chirurgischen Maßnahmen in der Geburtshilfe zählt. mehr lesen…

Ein Fehlurteil wird endlich widerlegt: Der Kaiserschnitt verursacht weder Autismus, noch Diabetes noch Asthma beim Kind

Kaiserschnittgegner kommen den Müttern immer öfter mit dem Hinweis, dass sie mit der Entscheidung für die Sectio ihr Kind langfristig gefährdeten. Allergien wie Asthma, Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes oder auch Autismus kämen bei Kindern, die mittels Kaiserschnitt auf die Welt kamen, häufiger vor als bei jenen, die natürlich geboren wurden. Für die Eltern bedeuten diese unkritisch vorgebrachten Warnungen nicht selten eine große Verunsicherung. Muss ein Drittel aller Eltern – so hoch ist der Anteil der Kaiserschnittgeburten in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern, z. B. in den USA – tatsächlich fürchten, ein Kaiserschnitt erhöhe für ihr Kind das Risiko, später chronisch krank zu werden und eine Diagnose wie Autismus, Asthma oder Diabetes zu erhalten? mehr lesen…

Aufklärung über die Risiken der natürlichen Geburt ist ein Muss: 5,25 Millionen Pfund Entschädigung für eine Mutter

Es sei “ganz bestimmt der bedeutendste Urteilsspruch über ärztliches Fehlverhalten in den letzten 30 Jahren”, urteilt der Rechtanwalt Fred Tyler über den Schuldspruch des englischen Supreme Court. Dies ist nicht nur Eigenlob, weil Tyler diesen Fall über 16 Jahre und viele Rückschläge für Nadine Montgomery durchgefochten hat. Sie erhält jetzt 5,25 Millionen englische Pfund dafür, dass ihre Ärztin versäumt hat, sie als diabeteskranke Schwangere über die Risiken einer natürlichen Geburt aufzuklären. Dann hätte sie im Jahr 1999 womöglich von vorneherein den Kaiserschnitt gewählt und ihrem Sohn Sam wäre der Sauerstoffmangel erspart geblieben, der ihn auf Dauer zu einem behinderten Menschen machte. mehr lesen…

Beckenendlage: Die Wahl fällt nicht mehr schwer

Schwangere, deren Kind in Beckenendlage liegt, möchte ich auf eine neue Studie aus den Niederlanden hinweisen. Sie zeigt, dass der Kaiserschnitt der sicherste Weg für ihr Kind ist. Prof. Dr. Wolfgang Henrich, Direktor der Klinik für Geburtshilfe an der Charité in Berlin, kommentiert die neuen Erkenntnisse im Ärzte-Online-Portal medscape.de so: “Diese Studie wird Wellen schlagen.”
Warum? Von 30.503 Babys in Beckenendlage, die mittels Sectio auf die Welt geholt wurden, starb kein einziges. In der Vergleichsgruppe von 27.817 Kindern, die auf natürlichem Wege zur Welt kamen oder bei denen zunächst der Versuch unternommen wurde, sie natürlich zu gebären, dies aber nicht glückte, starben 46. Die Details der Studie kann jeder in den angegebenen Quellen nachlesen. mehr lesen…

Der Wunschkaiserschnitt ist sicherer für das Baby

Eine vor kurzem von Frauenärzten aus China im American Journal of Obstetrics & Gynecology veröffentlichte Studie gibt erstaunlich eindeutig Auskunft über den Vergleich zwischen Wunschkaiserschnitt und natürlicher Geburt: Der geplante Eingriff ist für das Kind einfach sicherer.

Im einzelnen sehen die Vorteile für die neugeborenen Kinder so aus: Sie müssen signifikant weniger Geburtsverletzungen befürchten, deutlich weniger neonatale Infektionen am Anfang der Neugeborenenphase, ebenfalls statistisch signifikant weniger Gehirnschäden aufgrund von Sauerstoffmangel unter der Geburt (ischämische Asphyxie) und schließlich kommt das Einatmen von Kindspech oder kindlichem Stuhl mit all den Gefahren für die Lunge und die Gesundheit des Babys (Mekonium-Aspirations-Syndrom)auch deutlich seltener vor.
Zwar gibt es bei den Kaiserschnittgeburten häufiger Atemprobleme bei den Kindern, aber nur dann, wenn sie zu früh geholt werden (was leider ein Teil der Eltern wünschen, um einen bevorzugten “Geburtstag” festlegen zu können). Für diejenigen unter den Kaiserschnittkindern, die in der 39. und 40. Schwangerschaftswoche geboren wurden, glichen sich diese Unterschiede wieder aus. Das bestätigen auch Studien aus Europa. mehr lesen…

Die Mär vom Dammschutz oder warum Geburtshelfer manchmal nicht wissen, was sie tun

Dammschutz hört sich gut an, oder? Schutz für den Damm unter der Geburt. Geht man in einschlägige Auskunftsforen im Internet, schützt angeblich die Hebamme den Damm der Gebärenden, indem sie mit ihren Händen das Heraustreten des Kopfes durch den Geburtskanal dirigiert. Je nach Erklärung liegt eine Hand am Damm – zwischen Anus und Scheidenausgang, die andere am Kopf des Kindes (Kopfbremse). Das mindere die Gefahr, dass die mütterlichen Weichteile einreißen und das Kind durch falsches Beugen des Kopfes Schaden nimmt. So heißt es z.B. bei Navigator-Medizin.de. Stimmt das? mehr lesen…

Zerreißprobe: Wie der Beckenboden unter einer natürlichen Geburt leidet und warum das noch kein Thema ist

„Die Zange ist eindeutig der wichtigste Risikofaktor für schwere, irreversible Verletzungen der Beckenboden-Muskulatur“, sagt Hans-Peter Dietz und warnt in einer Fachzeitschrift für Geburtshilfe vor der Zunahme an Zangengeburten. Der Professor an der Universität Sydney und Urogynäkologe an der Frauenklinik in Penrith kritisiert insbesondere britische Kollegen, Organisationen und Gesundheitsbehörden, die den Gebrauch der Zange kurzsichtig wieder empfehlen, um den steigenden Kaiserschnittzahlen zu begegnen.
Vaginal-operative Geburten nennt man die natürlichen Geburten, bei denen das Kind feststeckt und die mit Hilfe von Zange oder Saugglocke beendet werden müssen. Solche Geburten verlaufen oft traumatischer als ein Kaiserschnitt und es sind nicht selten hochdramatische Situationen, in denen dann alles ganz schnell gehen muss, weil es dem Kind schlecht geht. Dass man nur zur Vermeidung von Kaiserschnitten jetzt zu Durchhalteparolen für die Schwangeren greift und wieder für ein Instrument eintritt, das sich überlebt hat, liegt für Dietz auch daran, dass man die Folgen einer Geburt für die Mutter noch zu wenig berücksichtigt: „Die Vermeidung von Beckenbodenschäden ist derzeit noch kein Kriterium, an dem sich die Qualität der Geburtshilfe messen lassen muss“, kritisiert der Frauenarzt im Gespräch über seine Veröffentlichung. Dass dies ratsam wäre, dafür sprechen die Daten zu Hauf. mehr lesen…

Saugglockengeburt: Schlimmer, als bisher angenommen

Wird ein Baby mit der Saugglocke geholt, ist der Sog, der an seinem Schädel zieht, deutlich stärker, als man bisher glaubte. Das haben die Druckmessungen ergeben, die Dr. Gunilla Ajne und ihre Kollegen von der Karolinska Universitätsfrauenklinik in Stockholm während Saugglockengeburten erhoben haben.Dazu haben sie mit einer speziellen Vorrichtung an einer Metall-Saugglocke die Drucke gemessen, die entstehen, wenn das Kind aus der Mutter hausgezogen wird. Von den 438 Vakuumgeburten, die von August 2012 bis zum Oktober 2013 in diesem Krankenhaus stattfanden, wurden 200 ausgewertet (es konnten nicht alle einbezogen werden, weil bei den anderen Geburten die Geburtshelfer die Plastiksaugglocke bevorzugten. mehr lesen…

Kaiserschnitt könnte weltweit Millionen Leben retten

Das Jahr 2015 beginnt mit schlechten Nachrichten für Frauen, die in den armen oder doch nicht reichen Ländern dieser Welt gebären müssen: 56,6 Millionen Lebensjahre in Gesundheit gehen Frauen weltweit verloren, weil ihnen chirurgische Hilfe bei der Geburt versagt ist. Dieses bedrückende und erschreckende Ergebnis stammt aus der Datenanalyse der Global Burden of Disease 2010 Study. Unter Federführung von Forschern der Universität von Queensland im australischen Brisbane durchgeführt, wurden diese Ergebnisse im Januarheft der Fachzeitschrift British Journal of Obstetrics and Gynaecology veröffentlicht. mehr lesen…

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