von Martina Lenzen-Schulte | März 9, 2026
Beckenbodenschäden von Frauen beginnen im Kreißsaal – das weiß man innerhalb der Berufsgruppen, die sich mit Geburten und mit der Geburtsvor- und Nachsorge befassen. Allerdings ziehen die, die das wissen, daraus kaum Konsequenzen. Sprich, sie klären zum Beispiel die Schwangeren nicht genügend über vorbeugende Maßnahmen auf. Und nur, wer sich auskennt, wer genauso viel weiß wie die, die aufklären sollten, kann sich vor Beckenbodenschäden besser schützen. So könnte man eine Studie zusammenfassen, für die hierzulande Gesundheitspersonal befragt worden ist; zum Beispiel Hebammen oder Ärzte und Ärztinnen, die mit Geburten befasst sind. Warum ich darüber im Deutschen Ärzteblatt geschrieben habe: Weil sich die Zahl der Ärztinnen, die für sich selbst einen Kaiserschnitt wählen, um sich vor Beckenbodenschäden zu schützen, in den letzten 20 Jahren verdreifacht hat. Muss man mehr sagen? Es ist also legitim, sich vor Beckenbodenschäden mit einem Wunschkaiserschnitt schützen zu wollen – für manche, für andere aber offenbar nicht.
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von Martina Lenzen-Schulte | Feb. 4, 2026
Was geht noch nach Geburt in Sachen körperliche Bewegung? Es gibt beispielsweise – in Kanada zumindest seit dem Jahr 2025 – eine eigene medizinische Leitlinie mit Empfehlungen für körperliche Aktivitäten nach einer Geburt. Diese widmet sich den Fragen, was Frauen, die kürzlich geboren haben, tun sollten oder tun können. Zu den Faktoren, die körperliche Aktivitäten, Sport, Ausgleich, etc. schwer machen, zählt in allererster Linie: ein Beckenbodenschaden. Das wundert die Leserinnen und Leser dieses Blogs sicher nicht, aber es ist wichtig zu verstehen, dass es bereits in solchen Empfehlungen zu Buche schlägt.
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von Martina Lenzen-Schulte | Dez. 3, 2025
Also endlich, denkt man, endlich sind auch im Fernsehen die „Beckenbodenschäden nach Geburt“ mal ein Thema. Endlich greift man auf, dass nach Geburten eine Vielzahl von Frauen den Urin, die Darmwinde, die Organe nicht festhalten, nicht zurückhalten, überhaupt nicht halten können. Aber am Ende ist man / „frau“ doch wieder enttäuscht. Die Sendung macht nur wenig richtig und vieles falsch. Der Eindruck entsteht, man könne die Beschädigungen meistens „therapieren“, irgendwie wieder richten. Weit gefehlt. Lesen Sie meine Fernsehkritik, ein Protokoll der Enttäuschung.
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von Martina Lenzen-Schulte | März 15, 2025
Der vorletzte Blogbeitrag befasste sich damit, dass Personen, die sich im Bereich Geburtshilfe und Beckenbodenerkrankungen gut auskennen, eher den Kaiserschnitt wählen, wenn sie als Ärztin zum Beispiel selbst ein Kind zur Welt bringen. Sie tun das nicht zuletzt aus der Befürchtung heraus, ihre Beckenbodenmuskeln- und Organe könnten schweren Schaden nehmen. Sie sind nicht überängstlich, nicht panisch, wie ihnen oft vorgeworfen wird. Sie haben Recht. Eine ganz aktuelle Studie aus Spanien hat dies erneut bestätigt. Darin wurde untersucht, wie sehr es die Lebensqualität von Frauen noch fünf bis zehn Jahre nach einer ersten vaginalen Geburt oder einer Bauchgeburt beschädigt, wenn sie Beckenbodenverletzungen und -funktionsstörungen in Form von Stuhl- und Urininkontinenz sowie Organsenkungen davongetragen haben. In der Zusammenfassung der Studie werden Prozentzahlen genannt, die Probleme seien unterdiagnostiziert. Man müsse den Frauen mehr helfen, Awareness schaffen – und noch einige kluge Forderungen mehr. Aber was man erst erkennt, wenn man diese Studie im Detail studiert, ist der große Unterschied zwischen vaginaler Geburt und Kaiserschnitt, wenn man den Beckenboden betrachtet. Nicht, dass dies neu wäre, nicht, dass es hier nicht schon oft mit wissenschaftlichen Daten belegt worden wäre, aber es ist doch eine Bestätigung zu sehen, dass sämtliche Analysen in die eine Richtung weisen: Kaum eine Maßnahme stellt eine so wirkungsvolle Prävention gegenüber Beckenbodenschäden dar wie der Kaiserschnitt. (mehr …)
von Martina Lenzen-Schulte | Feb. 15, 2025
In Zukunft möchte ich auch in meinen Blogbeiträgen immer wieder das Wort „Bauchgeburt“ mitverwenden. Zum einen gibt mir dies die Gelegenheit, auf die Webseite „Bauchgeburt“ – https://bauchgeburt.com/ – aufmerksam zu machen. Hier können sich Schwangere, die einen Kaiserschnitt planen, kundig machen, wie man sich darauf vorbereiten kann. Ja, es gibt auch Vorbereitungskurse für angehende Kaiserschnittmütter. Wie bei der vaginalen Geburt kann man nämlich vieles richtig und auch vieles falsch machen.
Ein weiteres Anliegen ist mir aber, mit diesem Begriff erneut ein weit verbreitetes Problem aufzugreifen: So vielen Müttern, die nicht „natürlich“ geboren haben, wird unterschwellig irgendwie abgesprochen, „richtig“ geboren zu haben. Sind das überhaupt „echte“ Mütter? Wer das als übertrieben zugespitzte Fragestellung empfindet, der sollte sich mit all den (sprachlichen) Bürden befassen, die dem Kaiserschnitt aufgehalst worden sind. Denn auch unser Sprechen über den Kaiserschnitt trägt im Grunde eine gewisse Mitschuld daran, dass dieser Eingriff mit Altlasten beschwert ist, die eigentlich nur negative Assoziationen und Vorstellungen hervorrufen. So wird verdeckt, was alles Gutes im Kaiserschnitt steckt. Er ist für viele Schwangere und ihr Kind ein Königsweg, eine Rettung vor so viel Argem, was in früheren Zeiten der Menschheit wie eine schwarze Wolke auf allen Geburten hing. Obwohl ich den Begriff „Kaiserschnitt“ als würdig und kraftvoll ansehe, obwohl ich der Meinung bin, dass man ihn nicht gegen seine Gegner verteidigen muss, sehe ich doch die Notwendigkeit, den Schwangeren und Müttern Schützenhilfe zu geben, um zu verstehen, dass sie gebären, wenn das Kind durch den Bauch das Licht der Welt erblickt, dass sie keinesfalls Mütter zweiter Klasse sind. (mehr …)