Deutsche Experten: Es gibt eindeutig Risikofaktoren für Beckenbodenschäden bei natürlicher Geburt

Viele Frauen melden sich über das Kontaktformular dieses Blogs bei mir, wenn Sie vor ihrer Geburt Bedenken bekommen. Sie lesen von Risiken für ihr Baby und für sich selbst, sie haben von Freundinnen, von ihrer Mutter oder Tanten gehört, dass eine natürliche Geburt nicht immer so ideal verläuft, wie das an den Informationsabenden der Kliniken geschildert wird. Dann möchten Sie mit Arzt/Ärztin und Hebamme im Geburtsvorbereitungsgespräch ihre Bedenken vortragen und fragen, ob womöglich Vorsicht geboten sei. In vielen Fällen werden ihre Befürchtungen nicht ernst genommen, sie werden abgebügelt, oft heißt es: “Sie haben Angst, das ist verständlich, aber die Angst lässt sich weg therapieren”. Im Nullkommanichts haben sie eine Überweisung für Psychotherapie in der Hand. Vorsichtige Schwangere, die Bedenken anmelden, werden damit zu neurotischen Zicken, deren überängstliche Psyche man ein wenig aufpäppeln muss.

Nun, dann sollte man Argumente haben – und hier sind sie. Ich mache hier auf eine Veröffentlichung aufmerksam, die einer Vielzahl von Schwangeren Recht gibt. Ein Papier, das eigentlich sogar Frauenärzte, Ärztinnen und Hebammen dazu zwingt, die Schwangeren über ihre erhöhten Risiken aufzuklären. Es ist ein offizielles Statement, von deutschen Experten verfasst – ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es erschien, das freut mich doch immens, einige Zeit, nachdem ich im Deutschen Ärzteblatt meinen Appell “Besser als bisher über Risiken vaginaler Geburten aufklären” veröffentlicht hatte.

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Ein Plädoyer für die Aufklärung: Schäden am Beckenboden nach einer natürlichen Geburt

Aus aktuellem Anlass stelle ich hier meinen Power-Point-Vortrag online, den ich am 13. Juli in Ulm gehalten habe. Es ging um eine Pro- und Kontra-Debatte auf den 16. Süddeutschen Fortbildungstagen für Frauenärzte. Mein Part war, für eine Aufklärung der Frauen darüber zu plädieren, was ihrem Beckenboden bei einer natürlichen Geburt widerfahren kann. In der Kürze der Zeit – man hat nur etwa 10 Minuten zum reden – konnte ich nicht alle Aspekte ausführlich behandeln, daher die Beschränkung auf wichtige Risikofaktoren. In diesem Vortrag werden viele neue Studien erwähnt, die ich für extra dafür gesichtet und gesucht hatte. Einige davon werde ich im Blog noch genauer erklären, aber wer schon einmal ein Quintessenz jüngster wissenschaftlicher Daten zum Thema Inkontinenz, Prolaps, Geburtsgewicht des Kindes und Alter der Mutter sucht, findet sie hier.

Vortrag Ulm, 13. Juli 2019:

Download der Powerpoint Präsentation hier: “Vaginale Geburt – Bald aufklärungsbedürftiges Risiko für den Beckenboden?”