Problem Pipi, Problem Prolaps – zwei Seiten eines Schadens

Die Botschaft ist nicht neu, nicht für mich und nicht für die, die sich auskennen oder diesen Blog schon länger lesen: Im Vergleich zu einer vaginalen Geburt geht ein Kaiserschnitt mit weniger Harninkontinenz einher und zieht seltener einen Prolaps (ein Absinken der Beckenbodenorgane nach unten) nach sich. Das ist die Hauptbotschaft einer Studie, die unlängst im Journal of the American Medical Association JAMA veröffentlicht worden ist. Die Frauen wurden 5 Jahre nach der Geburt untersucht.

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Lässt sich das Risiko für eine Verletzung des Beckenbodenmuskels vor der Geburt bestimmen?

Werdende Mütter machen sich immer öfter Sorgen über Geburtsverletzungen von sich selbst und beim Kind während einer natürlichen Geburt. Hier in einem Forum für Schwangere klingt das so: Guten Abend ihr lieben, … Meine große bekam ich per KS, wegen BEL, da gab es auch damals keine Diskussion für mich! Nun ist es jetzt so (23ssw) das ja grundsätzlich erstmal alles für eine normale Entbindung spricht, auch würde ich dieses Erlebnis gerne mitnehmen! Meine größte Angst ist, nicht die Schmerzen während der Geburt), sondern die Verletzungen, die evt dafür sorgen, dass es hinterher untenrum nicht mehr alles so ist wie es mal war Diese Vorstellung lässt mich wirklich über einen WKS nachdenken, obwohl ich das eigentlich nicht möchte.
Eine weitere Angst, ist die Sauerstoffunterversorgung des Kindes unter der Geburt! Könnt ihr mir irgendwie die Angst nehmen?
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Prolaps-Operation bei Gebärmuttervorfall – kein wirklicher Fortschritt in Sicht

Das Herausfallen der Gebärmutter aus dem Becken der Frau durch die Scheide nach außen ist die Extremvariante einer Prolapserkrankung. Es kann aber auch dazu kommen, dass das Absacken der Organe Druck ausübt, die Frauen haben oft die Empfindung, als säßen sie auf einem Ei. Solche Prolapserkrankungen sind außerdem häufig mit einer Blasenschwäche oder Inkontinenz verbunden. Das Risiko, an einem Prolaps zu erkranken, ist nach natürlicher Geburt fast verzehnfacht (1). Und die wirklich nicht gute Nachricht lautet, dass die Therapien schwierig sind und längst nicht immer alles wieder richten. (mehr …)

Wie ein Ei in der Vagina: Beckenboden-Training gegen Prolaps ist wenig effektiv

Bringt es Müttern etwas, jahrelang die Muskeln des Beckenbodens mittels Training aufzurüsten, um später weniger Beschwerden wegen eines Organvorfalls (Prolaps) beklagen zu müssen? Ein wenig, meinen schottische Wissenschaftler, die dazu eine Studie gemacht haben. Eher nichts, sagt eine unabhängige Expertin in ihrem Kommentar zu diesen Ergebnissen der Effekt sei marginal. Ein Prolaps kann sehr unangenehm empfunden werden, wie Frauen berichten. Als hätte man einen Fremdkörper in der Scheide, als säße der Tampon quer, so beschreiben es manche. Andere haben Beschwerden beim Wasserlassen, beim Stuhlgang oder beim Sex. Und auch Rückenschmerzen können auf einen Prolaps hindeuten. Viele sind betroffen und die wenigsten können ihn wirklich aufhalten. Eigentlich wäre Prävention also wünschenswert. (mehr …)

Zerreißprobe: Wie der Beckenboden unter einer natürlichen Geburt leidet und warum das noch kein Thema ist

„Die Zange ist eindeutig der wichtigste Risikofaktor für schwere, irreversible Verletzungen der Beckenboden-Muskulatur“, sagt Hans-Peter Dietz und warnt in einer Fachzeitschrift für Geburtshilfe vor der Zunahme an Zangengeburten. Der Professor an der Universität Sydney und Urogynäkologe an der Frauenklinik in Penrith kritisiert insbesondere britische Kollegen, Organisationen und Gesundheitsbehörden, die den Gebrauch der Zange kurzsichtig wieder empfehlen, um den steigenden Kaiserschnittzahlen zu begegnen.
Vaginal-operative Geburten nennt man die natürlichen Geburten, bei denen das Kind feststeckt und die mit Hilfe von Zange oder Saugglocke beendet werden müssen. Solche Geburten verlaufen oft traumatischer als ein Kaiserschnitt und es sind nicht selten hochdramatische Situationen, in denen dann alles ganz schnell gehen muss, weil es dem Kind schlecht geht. Dass man nur zur Vermeidung von Kaiserschnitten jetzt zu Durchhalteparolen für die Schwangeren greift und wieder für ein Instrument eintritt, das sich überlebt hat, liegt für Dietz auch daran, dass man die Folgen einer Geburt für die Mutter noch zu wenig berücksichtigt: „Die Vermeidung von Beckenbodenschäden ist derzeit noch kein Kriterium, an dem sich die Qualität der Geburtshilfe messen lassen muss“, kritisiert der Frauenarzt im Gespräch über seine Veröffentlichung. Dass dies ratsam wäre, dafür sprechen die Daten zu Hauf. (mehr …)