Der Kaiserschnitt ist kein Risikofaktor für Störungen des Immunsystems beim Kind
Immer wieder heben Kritiker der hohen Kaiserschnittraten darauf ab, dass ein Kaiserschnitt mit einem höheren Risiko für bestimmte Erkrankungen, zum Beispiel Autoimmunerkrankungen, verbunden wäre. Dazu zählen zum Beispiel Diabtes-Typ-1 (also die Diabeteskrankheit, die durch Versagen der Bauchspeicheldrüse oft schon im Kindesalter entsteht), Multiple Sklerose, entzündliche Darmerkrankungen oder rheumatische Arthritis im Jugendalter. Das klingt natürlich bedrohlich für jene Mütter, deren Kind per Kaiserschnitt zur Welt gekommen ist. Aber es gibt – erneut muss man sagen – Entwarnung: Der Verdacht, eine Sectio könne das Risiko für solche Autoimmunkrankheiten des Babys erhöhen, bestätigt sich wieder einmal nicht. Er beruht auch nur auf einer bloßen Annahme, nämlich auf der Hypothese, das Immunsystem von Kaiserschnittkindern sei durch fehlenden Kontakt mit den Scheidenkeimen der Mutter beeinträchtigt. Denn sie seien eben nicht durch den Geburtskanal hindurch gekommen. Doch diese Hypothese ist nach wie vor umstritten.