Beckenbodenmuskeln unter der Geburt: Reißt der Levator ani, leidet der Sex

Sex nach natürlichen Geburten ist ein heikles Thema. Die Kaiserschnittgegner zitieren immer wieder Studien, nach denen es in Bezug auf den Sex keinen Unterschied mache, ob eine Frau per Kaiserschnitt oder natürlich entbunden habe – es gäbe Frauen die klagten, andere nicht, aber es liege nicht am Geburtsmodus, wenn etwas nicht stimme. Ob sie das selbst glauben, muss bezweifelt werden, denn als Befürworter einer natürlichen Geburt betonen solche Experten ansonsten gern, dass die zweite und dritte (natürliche) Geburt stets leichter sei, weil ja „alles so schön vorgedehnt ist“. Sex ist zudem nicht nur eine Frage der gedehnten Scheide. Wie gut kann er denn noch sein, wenn „frau“ Urin dabei verliert, wenn sie sich vorher entleeren muss, sie die Winde nicht mehr halten kann oder ihr Partner beim Verkehr buchstäblich an die herabsinkende Gebärmutter stößt – also angesichts von Inkontinenz und Prolaps. Dies alles überhaupt so drastisch und realistisch auszusprechen, ist schon ein Tabubruch. Dass Geburtsrisiken immer noch unter den Tisch gekehrt werden, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass Betroffene gerade solcher Probleme wegen sich kaum trauen, mit dem Frauenarzt offen über ihre Verletzungen zu sprechen.

Dennoch muss darüber gesprochen werden, denn es gibt auch immer mehr Erkenntnisse darüber. Eine neue wissenschaftliche Studien stellt zum Beispiel die Frage: Welchen Einfluss hat es auf das Sexleben, wenn unter der Geburt ein Muskel reißt – der wichtigste Muskel des Beckenbodens, der Levator ani? Wer als Frau eine solche Avulsion erleidet, muss damit rechnen, ein weniger erfülltes Sexualleben zu haben als Frauen, bei denen der Muskel intakt geblieben ist. (mehr …)