Trauma Geburt: „Wie ein Vieh auf der Schlachtbank“

In der Tageszeitung „Die Welt“ erschien Anfang Januar 2018 ein bemerkenswerter Artikel. Er trug den Titel: „Ich fühlte mich wie ein Vieh auf der Schlachtbank“ und beschreibt am Beispiel von vier Frauen, wie Schwangere unter der Geburt leiden. Bemerkenswert daran ist die Offenheit, mit der endlich einer überregionalen Öffentlichkeit vor Augen geführt wird, wie traumatisch eine Geburt verlaufen kann.

Es ist nicht von ungefähr, dass der Artikel mit Verletzungen des Beckenbodens einer der Frauen beginnt: „Wir nähen ihre Frau ein bisschen enger, damit Sie auch was davon haben“, sagt eine Hebamme zu dem Partner der Frau, die gerade geboren hat. (mehr …)

Frühgeburt und Beckenendlage: Kaiserschnitt ist am sichersten

Frühgeburten sind weltweit die Todesursache Nummer 1 bei der Kindersterblichkeit. Extrem früh geborene Kinder machen zwar nur 5% der Frühgeburten aus, werden aber mit gesundheitlichen Hypotheken für ihr weiteres Leben geboren, die einen Großteil kindlicher Gesundheitsschäden ausmachen. Frühgeburten liegen häufig in Beckenendlage, unter denen zwischen der 22 und der 28 Woche sind dies ein Drittel aller Babys. Werdende Mütter sollten beraten werden, dass in diesen Fällen der Kaiserschnitt das geringste Risiko für das Kind bedeutet.Vielen denken, da die oft auch sehr kleinen Babys mit geringem Geburtsgewicht eine viel einfachere natürliche Geburt erbmöglichen. Weit gefehlt, wie jetzt eine neue Untersuchung aus Kanada zeigt – auch diese Kinder profitieren in punkto Sicherheit vom Kaiserschnitt. (mehr …)

Sind Schwangere adipös, bleiben die Kinder bei der Geburt eher stecken

Die Schulterdystokie ist eine schwerwiegende Komplikation unter der Geburt. Damit meint man, dass das Kind stecken bleibt, nachdem der Kopf geboren ist. Das Problem stellen die breiten Schultern dar, die sich nicht leicht „entwickeln“ lassen, wie es in der Sprache der Geburtshilfe heißt. Dann hilft oft auch kein verzweifeltes Ziehen am Kopf des Kindes, das birgt eigene Risiken.Nach Analyse zahlreicher Studien zum Thema kommen Geburtshelfer jetzt zu dem Schluss: Sind die Schwangeren adipös, ist das Risiko einer Schulterdystokie in Europa um gut 50% erhöht, in Asien gar um das zweieinhalbfache höher. (mehr …)

Scheidenbakterien für Kaiserschnittkinder?

Viele Gegner des Kaiserschnitts gehen mit der Theorie hausieren, dass der frühe Kontakt mit den Bakterien der mütterlichen Scheide die Kinder gesünder mache. Also seien natürlich geborene Babies besser für die Welt gerüstet. Diese Vorstellung wird auch dann herangezogen, wenn es die vermeintlichen Nachteile des Kaiserschnitts für die Kinder zu begründen gilt: Denn Kaiserschnittkinder seien häufiger übergewichtig, asthmakrank, Autisten oder Diabetiker. Wer diesen Blog kennt, kann sich regelmäßig davon überzeugen, dass diese Form der Kritik am Kaiserschnitt – er macht das Kind krank – zwar sehr wirksam ist, um den Schwangeren Angst zu machen. Aber wissenschaftlich betrachtet, stehen derartige Aussagen auf sehr wackeligen wissenschaftlichen Füssen.Wie sich anhand von Geschwisterstudien und anderen Untersuchungen nachweisen lässt, ist der Kaiserschnitt keineswegs ursächlich für die zitierten Erkrankungen. Aber, oft wird den mütterlichen Scheidenkeimen hierbei eine Schutzwirkung zugesprochen. Daher meinen manche Experten, dann solle man in Gottes Namen die Kinder eben nach dem Kaiserschnitt mit dem Scheidensekret ihrer Mütter einreiben. Was ist davon zu halten? (mehr …)

Frauen und Kinder sollten vor einer „Normale-Geburt-ist-das-Beste“-Ideologie geschützt werden

Professor Hans Peter Dietz klagt an: Mehr denn je, so kritisiert der Spezialist für Beckenbodenschäden an der Universität in Sidney, sei die Geburtshilfe von Ideologie dominiert. Wie zuletzt das Morecambe Bay Desaster gezeigt habe, würde die natürliche Geburt über alles gestellt – koste es buchstäblich, was es wolle. Verblendet von der Vorstellung, Kaiserschnitte um jeden Preis – auch den des Lebens und der Gesundheit von Kindern und Müttern – verhindern zu wollen, hatten Hebammen jahrelang die Geburtshilfe einer großen englischen Klinik beherrscht. Der schonungslose Bericht darüber ist letztes Jahr veröffentlicht worden (siehe dazu hier den Blog vom 13. Juli 2016). Der nationale Gesundheitsdienst in England (National Health Service oder NHS) sah sich zum Handeln gezwungen und gab einen „Better Birth Report“ heraus. Wird der die Dinge zum Besseren wenden? Vermutlich nicht, urteilt der Experte Dietz in einem Fachjournal für Geburtshilfe. (mehr …)