von Martina Lenzen-Schulte | März 10, 2016
Der Epi-No ®-Beckenbodentrainer hält nicht, was er verspricht. Das Training mit dem aufblasbaren Ballon vor der Geburt soll die Rate an Episiotomien oder Dammschnitten senken, die Geburt insgesamt erleichtern und beschleunigen und vor Geburtsverletzungen am Damm schützen. Das gelingt nicht, wie eine aussagekräftige internationale Studie mit Teams aus Malaysia, Groß-Britannien und Chile zeigt, die von der zur Universität Sydney zugeordneten Klinik in Nepean koordiniert wurde. (mehr …)
von Martina Lenzen-Schulte | Feb. 15, 2016
Aufgrund von gemeinsamen Diskussionsbeiträgen zum Thema Kaiserschnitt habe ich den Blog http://www.recht-geburtsschaden.de/ kennengelernt. Ich möchte ihn an dieser Stelle nicht nur verlinken, sondern vorstellen. Es ist traurig, dass Eltern rechtliche Hilfe benötigen, wenn im Verlauf einer Geburt das Kind geschädigt wird. Manchen wird dies Ängste bereiten, dennoch: Je besser man mental auf Eventualitäten vorbereitet ist, desto besser kann man sich auch davor schützen. Die Situation während einer Geburt kann so dramatisch und aufwühlend sein, dass man nicht an alles denkt. Dies vorher überlegt und sich einige Strategien zurechtgelegt zu haben, kann im Zweifelsfall Leben retten. (mehr …)
von Martina Lenzen-Schulte | Jan. 15, 2016
Es gibt „reichlich“ Belege dafür, dass die natürliche Geburt dem Beckenboden schadet. Das steht in einer aktuellen Veröffentlichung der Fachzeitschrift BJOG, einer renommierten britischen Fachzeitschrift für Geburtshilfe. Die Autoren, ein Team von Frauenärzten und Urologen, listen alle guten Studien auf, die in den letzten Jahren erschienen sind. Das Resultat: Eine natürliche Geburt geht klar und eindeutig mit einem höheren Risiko für Harn- und Stuhlinkontinenz und für Prolapserkrankungen, dem Vorfall von Beckenorganen aus der Scheide, einher. Warum sagen sie das so überdeutlich? Weil sie nach der Verletzung, also möglichst unmittelbar nach der Geburt, eine Stammzelltherapie an die „Frau“ bringen wollen. Daran sieht man: Sobald es darum geht, eine neue Therapie in Stellung zu bringen, werden die Schäden durch eine natürliche Geburt schonungslos offen gelegt. (mehr …)
von Martina Lenzen-Schulte | Nov. 14, 2015
Nur eine Minderzahl von Hebammen und Ärzten ist in der Lage, den Dammschnitt (Episiotomie) im richtigen Winkel vorzunehmen. Diesen Schluss muss man leider ziehen, liest man die jetzt in einem Fachjournal für Uro-Gynäkologie (International Urogynecology Journal) veröffentlichten Ergebnisse einer britischen Studie: Lediglich 15 % der Studienteilnehmer schafften es, den Schnitt durch den Beckenboden an einem Modell innerhalb des vorgegebenen Winkels von 58 bis 62 Grad links oder rechts von der Mittellinie zu führen. Das ist der Bereich, der für einen Dammschnitt als am sichersten gilt. Das sind bemerkenswert viele Versager bei einer Prozedur, die zu den häufigsten chirurgischen Maßnahmen in der Geburtshilfe zählt. (mehr …)
von Martina Lenzen-Schulte | Okt. 30, 2015
Kaiserschnittgegner kommen den Müttern immer öfter mit dem Hinweis, dass sie mit der Entscheidung für die Sectio ihr Kind langfristig gefährdeten. Allergien wie Asthma, Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes oder auch Autismus kämen bei Kindern, die mittels Kaiserschnitt auf die Welt kamen, häufiger vor als bei jenen, die natürlich geboren wurden. Für die Eltern bedeuten diese unkritisch vorgebrachten Warnungen nicht selten eine große Verunsicherung. Muss ein Drittel aller Eltern – so hoch ist der Anteil der Kaiserschnittgeburten in Deutschland, aber auch in vielen anderen Ländern, z. B. in den USA – tatsächlich fürchten, ein Kaiserschnitt erhöhe für ihr Kind das Risiko, später chronisch krank zu werden und eine Diagnose wie Autismus, Asthma oder Diabetes zu erhalten? (mehr …)